Mittwoch, 16. Oktober 2013

Unser Bildungssystem

Heute geht es kein bisschen um mein Fett, meinen Sport oder meine Ernährung. Heute möchte ich auch noch meinen Senf zum Churer Sparpaket dazugeben...

Früher war doch alles so einfach. Wir gingen 6 Jahre in die Primarschule, wechselten für 3 Jahre in die Real- oder Sekundarschule und machten danach eine Lehre oder gingen studieren. In der Primarschule hatten wir drei Lehrer, einen Hauptlehrer, einen Religionslehrer und den Herr Gianoli für den Sport.


Heute ist ausser Herr Gianoli fast alles anders. Das Schulsystem wird alle paar Jahre geändert, Klassen werden aufgelöst, Schulhäuser geschlossen und Klassen neu zusammengesetzt. Was für eine langfristige Planung!! Wäre es nicht mal schön, wenn wir wenigstens 5 Jahre lang das gleiche Schulsystem hätten?? Hat irgend jemand überhaupt noch den Überblick??

Mein Sohnemann Klein-Mätthu besucht im Rheinau den zweisprachigen Schulunterricht. Nicht weil er besonders klug oder begabt ist (also i find schu, haha) und auch nicht weil wir ihn "um z'verrecka" fördern wollen. Wir finden einfach das Schulsystem mit dem zweisprachigen Unterricht eine super Sache. Jeder der mit 40ig eine Fremdsprache erlernen möchte denkt "warum han i nit früaner agfanga", denn nie lernt man soviel und vorallem so schnell wie in den jungen Jahren. Er besucht mittlerweile die dritte Primarklasse und wir sind noch immer absolut überzeugt vom System (är au!).


Die Stadt Chur ist das weniger, denn es muss gespart werden. Die Finanzlage der schönsten Stadt der Schweiz ist in Schieflage geraten.

Nachdem die FDP vor 1 1/2 Jahren bei den Churer Wahlen noch grossmundig verkündet hat, dass sie helfen möchten dass Chur als Bildungsstadt an Bedeutung gewinnt, sieht das heute anders aus. Der Fraktionschef dieser Partei schreibt in der Südostschweiz dass er kein Verständnis dafür hat, wenn das zweisprachige Schulsystem gerettet werden soll. Auch er ist Familienvater, daher ist es für mich relativ schwierig, seine Äusserungen nachzuvollziehen.

Wie solche Spar-Entscheide gefällt werden weiss ich nicht. Vielleicht gehen die Entscheidungsträger gerne ins Theater, daher ist es natürlich unvorstellbar dass die Beiträge an das Theater Chur, die Klibühne, die Kunstförderung, etc. (gem. Rechnung 2012 => ca. CHF 1,5 Mio.) gestrichen werden. Dass das Eisfeld auf der Quaderwiese nur an wenigen Tagen gute Besucherzahlen hat, weiss mittlerweile auch jeder Churer. Nostalgie für CHF 250'000.-- ??
Dass die Entscheidungsträger in der Stadt Chur keine Kinder haben, oder einfach zu "hanglagig" wohnen und sie den Weg ins Rheinau ihren Kindern nicht zumuten wollen, ist jedoch sicher nur ein Gerücht...

Wie gesagt, dass die Stadt Chur finanziell nicht mehr auf Rosen gebettet ist, weiss mittlerweile auch der letzte Churer. Jetzt versucht natürlich jeder, seine Felle ins Trockene zu bringen. Uns allen ist bewusst, dass Sparmassnahmen nötig sind. Dass jedoch die Ausbildung der Churer Kinder und somit die Investition in die Zukunft der Stadt Chur darunter zu leiden hat ist für mich unerklärlich.

Um es mit den Worten der FDP Chur zu sagen: Chur soll als Bildungsstadt an Bedeutung gewinnen !!

Nach nochmaligem Durchlesen dieser Zeilen bin ich so motiviert, dass ich gleich meinen ersten Leserbrief schreibe. Ich werde der Retter des Churer Schulsystems, hahahaha....

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