Mittwoch, 20. Februar 2013

König Fussball

Nach diesem magischen Bayern-Sieg kann es heute eigentlich nur ein Thema geben....

Nebst Hobby-Nöldi, Kipketer-für-Arme und Möchtegern-Spirig bin ich in meiner Freizeit ja noch Fussballer bei den Senioren von Chur97. Zu meinen Stärken zählen die Routine, die eiserne Lunge und die Gummibärli nach dem Match. Zu meinen Schwächen alles mit dem Ball, haha... Geniale Voraussetzungen!
Letzte Woche ist das Lauftraining wieder losgegangen, langsam also wieder die Fussballschuhe putzen...

Zehn bis zwölf Kilometer läuft ein durchschnittlicher Profi-Fussballspieler pro Spiel. Sixpack-Balotelli und Rooney wohl eher die Hälfte, Beckham (dr bescht!) oder Iniesta dagegen dürften fast die doppelte Strecke machen. Zehn Kilometer in 90 Minuten – da muss man eher von Walking sprechen, haha...

Man benötigt für beide Sportarten also viel Kondition und trotzdem können Fussballer ein paar Dinge vom Läufern lernen... und umgekehrt natürlich...

Was Fußballer von Läufern lernen können:


Jubeln:
Marathon-Sieger reißen im Ziel einmal kurz die Arme hoch und kollabieren danach ausserhalb des Kamerabereichs. Fussballer dagegen verwenden einen Großteil der Trainingszeit auf TV-gerechtes Baby-Schaukeln, Stoßgebete, Salti oder Volkstanzeinlagen.

Schmerzen ertragen:
Wenn Läufer am Boden liegen, dann haben sie wirklich ein Problem, meist muss ein Fuss amputiert werden (mindeschtens!). Fußballer dagegen wälzen sich bei jeder Gelegenheit in endlosen Pirouetten über den Rasen, weil sie Zeit schinden wollen, Durst haben oder einfach müde sind.

Würdigung der Getränke:
Becher und Flaschen schmeißt man als Läufer nicht Richtung Trainerbank oder wie Eric Cantona ins Publikum, sondern diskret in den Rinnstein.

Krämpfe:
In jeder Verlängerung erleben wir Spieler, meistens italienische, deren Beine minutenlang von Mitspielern bearbeitet werden müssen. Weder 90 noch 120 Minuten Belastung sind ein Grund für die Krampf-Show. 

Niederlagen:
Wenn ich mit 8'000 Läufern bei einem Marathon an den Start gehe ist ein Sieg deutlich unwahrscheinlicher als wenn ich gegen den FC Triesen spiele. Ich werde als Läufer oder Triathlet tendenziell nie irgendetwas gewinnen, trainiere aber trotzdem fleissig weiter. Denn mit irgendeiner Statistik werde ich mich schon aufbauen: Hey, im vorderen Drittel! Schneller als im letzten Jahr! 4. aller Churer!! Zweiter der Scalettastrasse-Bewohner (kaiba Fausto!). Und zur Not gibt's immer noch Ausreden wie Wetter, Strecke, Magen oder falsche Socken. Ich kann mir jede noch so miese Leistung schönreden. Das schafft nicht mal Othmar Hitzfeld.

Equipment:
Echte Athleten gehen mit prallem Turnbeutel zum Sport und nicht mit einem tuntigen Louis-Vuitton-Täschchen am Handgelenk.



Was Läufer von Fußballern lernen können:


Vermarktung:
Vor laufenden Kameras einfach mal das Ausrüster-Logo küssen, den Gangnam-Style vor Werbebanden tanzen, Fensterrahmenreklame auf dem Hemdkragen tragen - diese Kühnheit haben Fussballer den Läufern voraus.

Lernbereitschaft
Die einen hören auf den Trainer, zumindest wenn er José, Pep oder Jupp heißt. Manchmal ist ein Fachmann ganz hilfreich, aber die Asphalt-Treter wissen immer alles besser.

Figur:
Bei den Fussballern haben aber viele ein Sixpack !!!

Jubeln:
Die Knierutsche unbedingt auf leicht feuchtem Rasen absolvieren und nicht auf trockenem Asphalt.



Was aber Läufer und Fußballer gemeinsam haben:


Ausrüstungsfetischismus:
Die neuen Schuhe sind garantiert viel schneller, leichter, besser als die alten. Die 300 Franken investieren wir doch gern, wenn auch wieder mal vergeblich.

Aufstellung:
Vorne wuseln Exoten wie Xherdan oder Haile, hinten schnaufen die helvetischen Eichenmänner wie Claudio und Marco.


In diesem Sinne freue ich mich auf eine tolle Saison,

Gruss, Euer Senioren-Cup-Viertelfinal-Teilnehmer #7

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